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Geschrieben von *Mr.Marple* am 09.11.2014 um 03:24:

Burg Ellerburg.........und wieder ein Denkmal weniger !!

Bröckelndes Bollwerk
Abriss der Fiesteler Ellerburg rückt näher / Dachziegel und Fenster werden entfernt.

Einst Sitz der Amtsverwaltung

Die aus dem Mittelalter stammende Ellerburg ließ der Obrist v. Ripperda im Jahr 1697 neu bauen. Im Jahr 1820 ging die Burg an den damaligen preußischen Regierungspräsidenten, Freiherr von der Horst, über. Es folgten einige bauliche Erweiterungen und die Anlage von Garten und Park. Von 1870 bis 1889 war die Ellerburg Sitz der Verwaltung des preußischen Amtes Alswede.
Die letzten Bewohner zogen in den 1980er Jahren aus der Burg aus.
In den folgenden Jahren scheiterten mehrere Anläufe, die immer mehr verfallende Ellerburg zu sanieren.


Die seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Ellerburg, ist seit September 2004 im Eigentum der Stadt Espelkamp. Diese Burganlage ist für die Stadt Espelkamp und dem Ortsteil Fiestel von besonderer Bedeutung. In den vergangenen 20 Jahren hat es unterschiedliche Nutzungs- und Sanierungskonzepte gegeben, die nicht realisiert wurden. Mittlerweile ist die Gebäudesubstanz stark ruinös und in bedauernswertem Zustand. Die Besonderheit in der Erarbeitung des Handlungs-konzeptes besteht nicht nur in der hochbaulichen Planung Ellerburg, sondernauch in der Entwicklung der dazugehörigen Freifläche. Die Stadt Espelkamp bemüht sich schon lange um die Erhaltung und Neuordnung der Burg und der ehemals historischen Parkanlage.



Burg Ellerburg
Ort: Ellerburg 2, 32339 Espelkamp-Fiestel
Besichtigung: stark einsturzgefährdet
Erhalten: Ruine
Nutzung: Privat
>Link<
>PDF<
>Standort<
>Photoalbum<


21.09.2014
Espelkamp
Bröckelndes Bollwerk
Abriss der Fiesteler Ellerburg rückt näher / Dachziegel und Fenster werden entfernt
VON JOERN SPREEN-LEDEBUR

Die Dachflächen der Ellerburg sind teilweise schon abgedeckt, Fenster ausgebaut. Herausgebrochenes Mauerwerk auf der Nordseite gibt den Blick frei auf die Reste einer Toilette und auf einen alten Kachelofen.

Espelkamp-Fiestel. Wenn Steine erzählen könnten, dann hätte das Mauerwerk der Ellerburg allerhand zu berichten. Kriegerische Belagerungen hat es ebenso erlebt wie fröhliche Familienfeste. Seit Jahren aber bröckelt das Mauerwerk und nun rückt der Abriss der maroden Fiesteler Ellerburg näher. Erste Anzeichen dafür sind bereits deutlich zu sehen.

Baustraßen an dem historischen Herrensitz sind mittlerweile angelegt worden, um einen besseren Zugang zu haben. Dachziegel sind zum großen Teil abgetragen und einige Fenster entfernt worden. Ziegel und Fenster verschwinden komplett.

Das diene dazu, dass sich im Winter keine Fledermäuse in der Ellerburg einnisten, wie Torsten Siemon von der Stadtverwaltung erklärte. In der Umgebung des bröckelnden Bollwerks sind nach Angaben von Dominik Bulinski von der Stadt einige Nistkästen für Fledermäuse aufgehangen worden.

Für das kommende Jahr sei der Abriss der Ellerburg geplant, meinten Siemon und Bulinski gestern im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Anfang des Jahres stehe erst einmal die Ausschreibung der Arbeiten an, danach der "behutsame Rückbau" bis auf die Grundmauern, wie Bulinski das Vorhaben bezeichnete. Sollte die Substanz noch gut sein, dann könnte der Keller der Ellerburg vielleicht erhalten bleiben. Genaueres aber dürfte sich erst im Lauf des Abbruchs zeigen.

Um Zugang zum maroden Bauwerk zu haben, wurde jetzt eine Baustraße angelegt.
Erdhaufen statt Gräfte

Über die Jahre 2015 und 2016 soll die Umsetzung des Parkpflegewerkes folgen. Schon jetzt sei die Burg als Bodendenkmal eingetragen, erinnerte Bulinski. Im Parkpflegewerk ist unter anderem die Errichtung einer Aussichtsplattform angedacht.

Die weiteren Details würden sich im Planungsprozess ergeben, meinte Dominik Bulinski. "Wir haben es ja mit einem Gebäude zu tun, das eine denkmalschutzrechtliche Wertigkeit hat und in einem schlechten Zustand ist." Der Fachausschuss solle über das weitere Vorgehen und das anstehende Projekt informiert werden. Gegenüber der Politik möchte Bulinski dann auch zu den Kosten Stellung nehmen.

Die Ellerburg in Fiestel stammt ursprünglich aus dem Mittelalter und wurde vom Geschlecht derer von Münch wahrscheinlich im 13. Jahrhundert errichtet. Als Wasserburg war sie von einer Gräfte umgeben; errichtet wurde die Burg auf Pfählen aus Erlen und Eichen. Als die Gräfte im Zuge des Aue-Ausbaus im vorigen Jahrhundert trocken gelegt wurde und Luft an die Holzpfähle kam, begann das Holz zu verrotten. Das Todesurteil für ein Bollwerk, von dem aus einst der einzige Aue-Übergang zwischen Lübbecke und Rahden kontrolliert wurde.

Auch kriegerische Auseinandersetzungen hatten der Burg nicht den Garaus machen können. Im Jahr 1475 etwa zogen Soldaten des Osnabrücker Bischofs vor die Ellerburg. Der Belagerung war die Ermordung des aus dem Bistum Osnabrück stammenden Albert von dem Bussche durch Hardeke von Münch vorangegangen. Der Mord ereignete sich historischen Überlieferungen zufolge übrigens vor dem Altar der Leverner Kirche. Und die Gemeindekirche wurde nach der Bluttat neu gebaut.

Während des Dreißigjährigen Krieges nahmen 1633 kaiserliche Truppen die strategisch wichtige Burg am Aue-Übergang ein, ihnen folgten die Schweden. Die rückten erst 1650 wieder ab.

Orginal Text hier:
NW-News.de



Geschrieben von frank am 17.11.2014 um 12:02:

 

Das ist immer ein trauriger Moment, wenn man solche Nachrichten hört oder ließt.
Stehts hört man kein ausreichendes tragfähiges Konzept und kein Geld in der Kasse.

Auf der anderen Seite kam letztens im Fernsehen, das es Leute gibt, die für zwei Bilder über 100 Mio. Euro zahlen!! Das sind acht Nullen nach der eins!! Endschuldigung, für zwei Bilder, Bilder!!?
Geld ist also da, nur in der falschen Kasse!!



Geschrieben von FFM am 27.12.2014 um 12:16:

 

Hallo zusammen,

Marple und ich waren noch mal in NRW, auch um noch mal Bilder der Ellerburg zu machen.

Wir kamen rechtzeitig, denn lt. der Eigentümerin beginnt der Abbruch Anfang Januar.
Hier also sozusagen die "letzten Bilder" der Ellerburg.

Auf Rückfrage wurde uns versichert, dass die Wappensteine (ich habe 2 gesehen) für die Nachwelt erhalten bleiben und irgendwann irgendwo zu sehen sein werden.














Geschrieben von frank am 27.12.2014 um 15:07:

 

Hallo Ihr Zwei!!

Danke für die "letzten Bilder" dieser doch schon recht heruntergekommenen Burg. Heruntergekommen ist eigendlich falsch, sollte besser heruntergelassen heißen. Die Eigentümerin hat es schlicht und einfach zugelassen, das dieses einst stolze Objekt so herunter kommen konnte. Warum musste es soweit kommen?? Hätte da nicht schon vor 20 Jahren was gemacht werden müssen!?? Fragen die sicher keiner so genau beantworten kann oder auch möchte. Schade nur um unsere lange Geschichte. So geht sie Stück für Stück schleichend dahin.

Wer war denn der "Witzbold" der die Werbung "unter Lebensgefahr" dort anbrachte?



Geschrieben von Mr. G am 06.01.2015 um 20:43:

 

Hallo Ihr beiden,

danke für die Bilder!

Sehr schade, das man diesen Verfall zugelassen hat. Auch wenn es für den Laien nicht nach einer Burg aussieht, es ist immer schade, das ein Stück sichtbares Geschichte, das die Region mitbestimmt hat, einfach so verschwindet.

Ohne mir Unmut aufzuhalsen, ist dieser Prozess, wie man ihn hier erlebt, verm. der gleiche, der sich im Spätmittelalter und in der Renaissance, bei vielen Burgen gleich wiederholt hat. Burgen wurden einfach nicht mehr gebraucht... auch wenn uns das Burgenenthusiasten wehtut.



Geschrieben von Janek am 08.06.2015 um 18:48:

 

Wer zu spät kommt, den bestraft die Abrissbirne. Von der Ellerburg sind nur noch Fundamente übrig geblieben.














Geschrieben von *Mr.Marple* am 09.06.2015 um 01:38:

hilfe Burg Ellerburg.........und wieder ein Denkmal weniger !!

Sehr schade weinen
Manchmal wäre es bestimmt sinnvoller, Geld in (Deutsche) Denkmäler zu stecken als anderen Ländern auf die Sprünge zu helfen Daumen hoch

>Burg Ellerburg verschwindet<

>Burg Ellerburg ist abgerissen<

Zitat:
Original von Janek
Wer zu spät kommt, den bestraft die Abrissbirne. Von der Ellerburg sind nur noch Fundamente übrig geblieben.



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